Sind Pappteller heute noch politisch korrekt?
Geschrieben von Klaus-Martin Meyer am 24. Januar 2012
Pappteller sind aus der modernen Konsumgesellschaft heute nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig sind die praktischen Teller ein Symbol der Wegwerfgesellschaft und werden zuweilen stark kritisiert. Trotz der Kritik gibt es für die Nutzung von Pappteller gute Gründe, die sicherlich auch von den Gegnern jeglichen Einweggeschirrs nicht überhört werden können. Zunächst aber sollen die hinlänglich bekannten Gegenargumente berücksichtigt werden.
Was spricht gegen die Verwendung von Papptellern?
Bei Papptellern handelt es sich um Einwegprodukte, die nach einer einmaligen Nutzung einfach in den Müll wandern und die Müllberge damit belasten. Einwegprodukte sind in der Regel keine gute Art der Nutzung von Ressourcen. Warum muss ein Baum Jahrzehnte lang wachsen, nur damit anschließend Pappteller aus dem Zellstoff des Baumes produziert werden, die nach dem Verzehr einer Bratwurst dann wieder in den Müll wandern und entsorgt werden müssen. Neben diesem faktischen Nachteil geht von der Ex-und-Hopp-Verwendung natürlich auch ein negatives soziales Signal aus, was den gesellschaftlichen Konsens, dass man mit den Ressourcen der Erde sorgsam und sparsam umgehen sollte, sicherlich alles andere als fördert.
Was spricht für die Verwendung von Papptellern?
In der Theorie scheint immer alles ganz einfach. Mehrweg ist gut, Einweg ist schlecht. Aber ist es immer so einfach? Pappteller kommen meist da zum Einsatz, wo sie einen klaren, praktischen Nutzen haben. Beispiele sind bei Grillfesten, Partys oder auch in sicherheitsrelevanten Breichen, wo Porzellanteller zu gefährlich wären. Dies können Kindergeburtstage sein aber auch Großveranstaltungen in Fußballstadien. Auf Kindergeburtstagen gehen schon einmal Teller kaputt, was zu teuer sein sollte, wenn man dann Porzellanteller auf den Tisch stellt. In Fußballstadien wäre es einfach zu gefährlich, würden Teller zum Einsatz kommen, die kaputt gehen können. Kaputte Teller, die ersetzt werden müssen, sind zudem genauso umweltrelevant wie ein Pappteller, der einfach weggeschmissen wird, zumal der Ersatz eines neuen Tellers sehr viel Ressourcen fordernder ist als ein neuer Pappteller. Bei Großveranstaltungen ist zudem der Einsatz von Geschirr mit hohen logistischen Aufwändungen und Wasserverbräuchen verbunden. Dieser Aufwand schlägt bei Mehrwegsystemen negativ zu Buche. Hier sind Pappteller mit deutlichen Vorteilen verbunden. Diese Vorteile sollten nicht aufgrund fundamentalistisch-ökologischer Ideologien ignoriert werden, will man eine rationale Beurteilung von Mehrweg oder Einweg herbeiführen.
Foto: Hans-Peter Reichartz / pixelio.de
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Tags: Einweggeschirr, Pappteller