Was macht man, wenn die Risikolebensversicherung gekündigt werden muss?
Geschrieben von Stefan Müller am 27. Januar 2012
Sehr häufig kommt es vor, dass die Risikolebensversicherung vorzeitig beendet werden muss, weil der Versicherungsnehmer nicht mehr in der Lage ist, die Beiträge zu zahlen. Kündigungen vor dem Vertragsende sind für den Versicherungsnehmer und die Versicherung mit Verlusten verbunden. Einerseits erhält der Beitragszahler fast keine Rückerstattung für die gekündigte Risikolebensversicherung. Am Anfang der Vertragslaufzeit verursachte sie nur Kosten. Andererseits sind auch die Einnahmen der Versicherungsgesellschaft niedriger, da diese hohe Provisionen an Vermittler zahlen muss. Zu guter Letzt werden so auch hohe Kosten für die verursacht, die ihren Vertrag bis zum Ende der Laufzeit einhalten.
Kündigungsgrund: Kein Durchhaltevermögen
Die immer größer werden Zahl der vorzeitigen Kündigung hat vor allem zwei Gründe. Die Versicherungsnehmer geraten häufig in eine finanzielle Notlage und müssen deshalb bestehende Versicherungen kündigen. Außerdem trägt die Schnelllebigkeit der Gesellschaft dazu bei, dass sich die Menschen nicht mehr langfristig mit nur einer Versicherung zusammenarbeiten wollen. Darüber hinaus ist häufig eine falsche Beratung für eine vorzeitige Kündigung verantwortlich. Denn Verträge, die nicht der eigentlichen finanziellen Gesamtlage entsprechen, werden relativ schnell wieder storniert.
Kündigungsgrund: Riester-Rente
Auch zwei neue Phänomene tragen zu der Kündigungswelle bei. Erstens hat die Regierung den Wechsel zur Riester-Rente erleichtert. Das hat zur Folge dazu, dass Versicherungsvermittler daran verdienen, indem sie die Versicherten zur Riester-Rente führen. Das hat zur Folge, dass sie die Kunden aus ihren alten Verträgen herausholen. Das ist nur für diejenigen Kunden günstig, die einen Vertrag mit niedriger Rendite abgeschlossen hatten.
Kündigungsgrund: Fondsgebundene Risikolebensversicherung
Ein sehr gewichtiger Grund für die steigende Anzahl vorzeitiger Kündigungen der Risikolebensversicherung sind auch die fondsgebundenen Versicherungen. Diese sollten Kunden die gleiche Sicherheit bieten, wie eine Kapitallebensversicherung und außerdem den Beitragszahler an den Renditen des Aktienmarktes beteiligen. Das Konzept ging auch erst auf, indem die Verkaufszahlen stiegen. Die Finanzkrise sorgte aber für eine Enttäuschung in diesem Markt. Während bei den alten Verträgen ist der Garantiezins sicher ist, ist er bei den fondsgebundenen Verträgen an den Aktienmarkt gekoppelt. Da der Kunde genau nachvollziehen kann, welchen Wertverlust er hinnehmen muss, sind diese Verträge deutlich anfälliger für eventuelle Stornierungen.
Auch die Entwicklung des Marktes, wo einige Anbieter die Versicherungsverträge aufkaufen und weiterführen, ist ein Grund für die höhere Anzahl der Kündigungen. Die Käufer boten mehr für den Vertrag als die Versicherung selbst und hielten damit die Anzahl der Kündigungen niedrig. Doch mit der Finanzkrise kam dieses Segment fast völlig zum Erliegen. Inzwischen beherrschen etliche fragwürdige Käufer den Zweitmarkt. Diese lösen die bestehenden Verträge der Risikolebensversicherung auf und spekulieren mit dem Kapital am Aktienmarkt. Erst danach soll das Geld an die Kunden mit dem Versprechen einer hohen Rendite fließen. Oft genug ist dies jedoch nicht der Fall und die Kunden gehen leer aus.
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